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Der Signaturenkatalog

atlas/signaturen.js ist die einzige Quelle für Kartenzeichen im Atlas. Kein Blatt zeichnet eigene Signaturen; wer eine braucht, trägt sie hier ein. Diese Datei erklärt, wie der Katalog gebaut ist und was beim Ergänzen gilt.

Warum ein Katalog und kein Icon-Set

Eine Signatur ist kein Icon. Sie ist in der Zeichenerklärung definiert, in Millimetern bemaßt, im Maßstab generalisiert und trägt den Karteninhalt selbst — sie steht nicht neben der Aussage, sie ist die Aussage. Die Design-System-Regel „kein Icon-Set, sondern Unicode“ gilt für Fließtext, Oberfläche und Präsentationen; im Kartenfeld regiert dieser Katalog. Die Grenze steht in CLAUDE.md.

Die fünf Grundformen

Jeder Eintrag ist einer von fünf Typen. Sie entsprechen den kartographischen Grundformen, nicht technischen Kategorien.

Kürzel Form wofür Signatur der Funktion
L Liniensignatur Fluss, Straße, Bahn, Grenze L(name, sub, layers, extra?)
P Punktsignatur Ort, Bergwerk, Kraftwerk, Hafen P(name, sub, spec)
A Flächensignatur Bodennutzung, Bebauung, Schutzgebiet A(name, sub, fill, extra?)
S Sondersignatur alles, was gezeichnet werden muss — rohes SVG S(name, sub, raw)
T Schriftmuster Beschriftungsregeln je Objektklasse T(name, sub, text, style)

name erscheint in der Zeichenerklärung, sub ist die Maßangabe darunter (und lässt sich blattweise ausblenden).

Aufbau der Liniensignatur

layers ist ein Stapel, von unten nach oben gezeichnet. Damit entsteht das Casing: eine breite dunkle Linie unten, eine schmalere farbige darüber, bei Autobahnen zusätzlich eine helle Mittellinie.

L('Autobahn', 'Casing 1,3 · Band 0,95 · Mittellinie 0,12',
  [{ w: 1.3, c: F.tinte }, { w: .95, c: F.orange }, { w: .12, c: F.papier }])

Je Lage: w Strichstärke in mm, c Farbe aus farben.js, dash Strichelung in mm, o Deckkraft, cap Linienende. Im extra-Objekt: straight: 1 zeichnet die Musterlinie gerade statt geschwungen (für Grenzen und Bahnen), ticks setzt Sprossen quer zur Achse (Bahnen).

Aufbau der Punktsignatur

shape wählt die Grundform — circle, ring, square, squareOpen, dot, triangle, doublering, tiegel, grundriss, none. size ist der Durchmesser in mm, sw die Konturstärke. glyph setzt ein Zeichen hinein, label eines daneben. sizes statt size erzeugt eine abgestufte Reihe für Streusignaturen.

Aufbau der Flächensignatur

fill ist die Grundfarbe, border die Umrandung, pat die Textur darüber: dots, hlines, vlines, hatch, crosshatch, raster, arcs, marsh, plus. Textur unter Flächenfarbe ist Absicht — sie hält die Karte im Graustufendruck lesbar, wo Farbe allein zusammenfällt.

Reihenfolge der Gruppen

Die achtzehn Gruppen folgen nicht dem Alphabet, sondern dem Aufbau eines Kartenbildes von unten nach oben — erst die Erdoberfläche, dann was der Mensch darauf gesetzt hat, zuletzt der Kartenrahmen:

gewaesser · relief · siedlung · beschriftung   Grundgerüst der Situation
grenzen · politisch                            politische Gliederung
strassen · bahnen · seeLuft                    Verkehr
rohstoffe · industrie · energie                Wirtschaft
landwirtschaft · klima · bevoelkerung          Fläche und Menschen
geologie · umwelt · stadt                      Fachthemen
chrome                                         Kartenrand, Maßstab, Gradnetz

Diese Reihenfolge ist auch die Blattfolge der Zeichenerklärung. Wer eine Gruppe einfügt, fügt sie an der sachlich richtigen Stelle ein, nicht am Ende.

Maße

Alle Maße in Millimetern, immer. Der Renderer rechnet mit 1 mm = 96/25.4 px um. Das ist keine Formalie: eine Signatur wird für den Druck entworfen, und nur in Millimetern lässt sich prüfen, ob sie bei Druckgröße noch lesbar ist. Wer in Pixeln denkt, entwirft für den Bildschirm und wundert sich später.

Untergrenzen aus der Praxis: Linien nicht unter 0,15 mm (Laserdrucker und Offsetdruck schließen sie sonst), Punktsignaturen nicht unter 1,2 mm, Schrift nicht unter 5,5 pt — der Typenscale in atlas/typenscale.js setzt das durch.

Eine Signatur ergänzen

  1. Prüfen, ob es sie schon gibt. Eine zweite Signatur für dieselbe Sache ist der häufigste Fehler; sie macht die Zeichenerklärung unbrauchbar.
  2. Grundform wählen — Punkt, Linie, Fläche. Sondersignatur (S) nur, wenn sich die Sache mit keiner Grundform sagen lässt.
  3. Maße in mm setzen, Farben ausschließlich aus atlas/farben.js.
  4. In die richtige Gruppe einsortieren, nicht ans Ende der Datei.
  5. Bei Druckgröße prüfen — auf 100 % ausdrucken, nicht am Bildschirm beurteilen.
  6. QGIS-Teil nachziehen: atlas/qgis/, die .gpl-Paletten, das Werkstattblatt der Zeichenerklärung. Sonst veraltet der Kartensatz still.

Was der Katalog nicht enthält

Wohin der Katalog wirkt

atlas/signaturen.js
   ├─→ Zeichenerklaerung.dc.html   14 Blatt, gedruckte Referenz
   ├─→ atlas/qgis/*.qml            Layerstile für QGIS und QField
   ├─→ atlas/paletten/*.gpl        Farbpaletten für QGIS und GIMP
   └─→ die Kartenblätter selbst

Eine Änderung am Katalog ist damit immer eine Änderung an vier Orten. Deshalb steht in CLAUDE.md die Regel, den QGIS-Teil mitzupflegen.

Sonderfälle

Die Hanf-Signatur hat drei Fassungen — Brokkoli (Standard), klassisches Hanfblatt, ℏ — umschaltbar über hanfRaws(variante). Grund: dasselbe Objekt braucht je nach Publikum ein anderes Zeichen, ohne dass die Bedeutung wechselt. Einträge mit dieser Eigenschaft tragen ein hv-Feld.

Die Historientafel (HISTORIE, EPOCHEN) ist kein Katalogteil, sondern Blatt 13 der Zeichenerklärung: dieselben Sachverhalte in drei Druckepochen — Kupferstich 1883, Offsetdruck 1957, dieses System. Sie zeigt, dass die Signaturenwahl von der Drucktechnik abhängt und nicht vom Geschmack.