⋆
137
Sternprodukt-Atlas · Werkstattbericht

Das Zeichensystem, an die Wand geklebt

Wie aus einem Katalog von Signaturen ein System wird — und woran man merkt, dass es eins ist.

01 / 09
Glyphenabdeckung

Vier Stufen, jede gemessen

Kein Zeichen kommt ins System, weil es auf irgendeinem Rechner erscheint. Es kommt hinein, weil seine Glyphenbreite gegen die des Ersatzzeichens U+FFFF gemessen wurde.

{{ s.nr }}
{{ s.titel }}
{{ s.zeichen }}
{{ s.regel }}
02 / 09
Das Sternprodukt-Zeichen

Ein Zeichen, drei Register

Nie neu gezeichnet, nur übersetzt. Welches Register gilt, entscheidet nicht der Geschmack, sondern die Frage: kann das Medium die Glyphe garantieren?

REGISTER 1
Zeichnung
Sternprodukt-Zeichnung
Logo, Briefkopf, Favicon. Druckfest, weil sie kein Font ist.
REGISTER 2
LaTeX
\mathbin{\star_{\scriptscriptstyle\mathrm{\hbar}}}
Web und Deck, wo MathJax läuft. LaTeX kennt die Rolle, nicht nur den Codepoint.
REGISTER 3
Unicode-Näherung
⋆ℏ
Nur wo sonst nichts geht: Plaintext-Mail, Dateiname, CLI.

Die Reihenfolge ist eine Rangfolge: garantierte Erscheinung schlägt Bequemlichkeit. Wo gedruckt wird, gewinnt Register 1.

03 / 09
&
Der Grundsatz

Es gibt kein Icon-Set. Es gibt einen Zeichensatz — und einen Signaturenkatalog.

IM FLIESSTEXT

Zeichen aus dem Zeichensatz: ↗ für extern, ↪ für mehr, № für Nummer, dazu genau ein Verbindungszeichen pro Dokument. Kein Piktogramm ersetzt hier ein Wort.

IM KARTENFELD

Gezeichnete Signaturen aus dem Katalog: Tiegel, Korbbeute, Wildbiene, Bär. Sie sind keine Ikonen, sondern Kartensprache — in der Zeichenerklärung definiert, in Millimetern bemaßt, im Maßstab generalisiert.

Die Regel verbietet den austauschbaren Piktogramm-Vorrat, nicht die gezeichnete Signatur. Wer eine Karte macht, zeichnet — seit 1883.

04 / 09
Verbindungszeichen

Das et-Register — eines pro Dokument

Vier Wege, „und“ zu schreiben, alle aus Gentium selbst. Sie sind Stil, nicht Ausstattung: gemischt wirken sie wie ein Schriftmuster-Katalog.

{{ e.z }}
{{ e.name }}
{{ e.hinweis }}

Andere Schriftkulturen lösen dasselbe Problem anders — Maqaf, Wāw, Enotikon, Doppelbindestrich. Die Karte zitiert sie, rüstet aber nicht mit ihnen aus: die Hälfte ist auf einem Standardsystem gemessenes Tofu.

Und eine Klasse fällt prinzipiell durchs Raster: unsichtbare Verbinder. Der Zero Width Joiner hat Breite 0 px — und das ist hier richtig, nicht Tofu.

05 / 09
Die Grenze des Systems

Warum Klingonisch ausscheidet

PIQAD · U+F8D0–F8FF
Nicht Teil von Unicode. Der Vorschlag wurde im Mai 2001 abgelehnt. Die Zeichen liegen in der Private Use Area — ConScript Registry, ISO 15924 Piqd.

Ohne privat installierte Schrift steht dort nichts. Und die Codepoints bedeuten für jedes andere System etwas anderes.

Semantisch leer ist also kein Zeichen, sondern Grafik. Und Grafik wird gezeichnet, nicht gesetzt.

Das ist der ganze Test, den ein Zeichen bestehen muss: Trägt es Bedeutung über Systemgrenzen hinweg? Wenn nein, gehört es in den Bildteil.

06 / 09
Im Atlas

Dieselbe Regel auf der Karte

Eine Signatur zeigt, was ein Ding tut — nicht, in welche Branchenschublade es gehört. Das war die letzte größere Revision am Katalog.

{{ g.kopf }}
{{ g.titel }}
{{ g.text }}

Dazu die Hanf-Signatur in drei Varianten — Brokkoli, klassisches Blatt, ℏ — und Texturen unter den Flächenfarben, damit eine Karte auch im Graustufendruck lesbar bleibt.

07 / 09
Ein Katalog, vier Ausgänge

Das System ist Quelltext

QUELLE
signaturen.js
Ein Katalog, alle Maße in mm. Farben kommen aus farben.js — kein Hex-Wert steht woanders.
{{ a.was }}
{{ a.text }}

Symbologie ist damit diffbar. Wer eine Signatur ändert, ändert sie im Druck, im QGIS-Projekt, auf dem Handy und in der Palette gleichzeitig — oder gar nicht.

08 / 09
⋆
Woran man ein System erkennt

Ein System sagt auch, was nicht hineingehört.

Ein Katalog wächst, solange jemand Zeichen hinzufügt. Ein System wächst nur, wo eine Regel es erlaubt — und schrumpft, wo die Messung etwas widerlegt.

Deshalb sind hier zwei Schriften wieder rausgeflogen, nachdem gemessen war, dass Noto Serif es allein kann.

09 / 09